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| Spezialisiertes Verzeichnis - TLDs - Neues von .bg, .fr, und .sx |
(Autor: RA Florian Hitzelberger, 13.12.2011) Kein Weihnachtsgeschenk für Bulgarien: von höchster Stelle kam die Empfehlung, sich nach Alternativen für die begehrte kyrillische Variante von .bg umzusehen. Über ein positives ICANN-Votum freuen darf sich dagegen .sx, während man in Frankreich bereits jetzt reichlich Gaben verteilt - hier unsere Kurznews.
Bulgarien sollte seine Bemühungen um eine kyrillische Variante des Länderkürzels .bg begraben. Diese Empfehlung sprach der bald scheidende ICANN-CEO Rod Beckstrom anlässlich seines ersten Besuchs im Land gegenüber der Sofia News Agency aus. "Ich würde Bulgarien empfehlen, nach einer Alternative zu suchen. Die erste Bewerbung war erfolglos", so Beckstrom. ICANN hatte zu große Ähnlichkeit und eine Verwechslungsgefahr zwischen der kyrillischen Variante von .bg und der brasilianischen Endung .br befürchtet. Allerdings ermunterte Beckstrom die Bulgaren auch, sich nach einem alternativen internationalisierten Kürzel umzusehen. Offenbar ist für den 4. Januar 2012 ein runder Tisch angesetzt, bei dem Bulgarien über das weitere Vorgehen entscheiden will.
Paukenschlag der französischen Domain-Verwaltung AFNIC: mit Wirkung seit 6. Dezember 2011 können die von AFNIC mitverwalteten Länderendungen .wf (Wallis und Futuna), .tf (Französische Süd- und Antarktisgebiete), .re (Réunion), .pm (Saint-Pierre und Miquelon) und .yt (Mayotte) zu den gleichen Bedingungen registriert werden wie französische .fr-Domains. Doch damit nicht genug: waren .fr-Domains bisher für Personen und Unternehmen mit Sitz außerhalb Frankreichs nur eingeschränkt registrierbar, sieht Artikel 5.1 der neuen Naming-Policy eine grundlegende Liberalisierung vor: in Zukunft kann jede natürliche und juristische Person mit Sitz in der Europäischen Union, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz eine .fr-Domain und damit auch die anderen eingangs genannten Domain-Namen registrieren. Die Liberalisierung ist Teil einer europäischen Öffnungskampagne von AFNIC und dürfte nicht zuletzt der Kritik an der Registry aufgrund ihrer bisher so strikten Vergabebedingungen geschuldet sein.
Die Internet-Verwaltung ICANN haucht der Länderendung .sx neues Leben ein: anlässlich einer Vorstandssitzung am 29. November 2011 beschloss der ICANN-Vorstand, das Kürzel an die SX Registry SA B.V. zu delegieren. Hinter dem Kürzel .sx verbirgt sich der karibische Inselstaat Sint Maarten, der holländische Teil von St. Martin und vormals Teil der inzwischen aufgelösten Niederländischen Antillen. Zusammen mit den Länderkürzeln für die Inselstaaten Bonaire, Saba und Sint Eustatius (.bq) sowie Curaçao (.cw) war .sx kurz vor Weihnachten 2010 in die TLD-Datenbank der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) eingetragen worden. Die Aufgabe der Verwaltung übernimmt nun die SX Registry SA, ein Joint Venture des luxemburgischen Registry Services Provider OpenRegistry mit dem kleinen kanadischen Registrar MediaFusion. Die Vergaberegeln werden in den kommenden Wochen entwickelt und voraussichtlich eine weitgehend freie Registrierung für jedermann erlauben. Mit der Delegierung von .sx wird übrigens auch eine Top Level Domain .sex unwahrscheinlich: ICANN könnte die Einführung aufgrund einer zu hohen Verwechslungsgefahr ablehnen.
(Quelle: Domain-Magazin von domain-recht.de)
Weitere Informationen unter: www.domain-recht.de und www.united-domains.de
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